„Jeder ist wichtig und wertvoll!“ - Grundschüler bringen die starke Botschaft des Bilderbuches „Die Mauer“ filmreif zum Ausdruck
Nach den Osterferien erwartete die Religions- und Ethikgruppen der dritten und vierten Jahrgangsstufe ein gemeinsames Unterrichtsprojekt zum Bilderbuch „Die Mauer“ von Giancarlo Macrì und Carolina Zanotti. Das Bilderbuch rief bei den Kindern eine Vielfalt an Assoziationen hervor: „Mauern können schützen. Mauern bilden Grenzen. Es gibt auch unsichtbare Mauern. Sie erscheinen als unüberwindbar.“
Im Bilderbuch stört sich ein blauer König an der bunten Vielfalt in seinem Reich, um ihn herum. „Wir sollten uns nicht mit anderen vermischen“, ruft er seinem Gefolge zu und lässt eine Mauer errichten. Diese Mauer bildet von nun an eine Grenze zwischen den Blauen und all denjenigen, die einer anderen Farbe angehören. Doch der König möchte Gärten, Straßen und Türme, eine Statue und vieles mehr. Die dafür benötigten Experten befinden sich jedoch längst auf der anderen Seite der Mauer und werden folglich nach und nach herbeigerufen. Allmählich füllt sich die Seite der Blauen prächtig. Es entstehen grüne Gärten, graue Straßen, ein gelber Turm und hellblaue Springbrunnen…eine bunte Vielfalt an imposanten Bauwerken. „Wer war dieser Esel, der diese Mauer gebaut hat?“, ruft der König gereift und lässt die Mauer einreißen. Am Ende erkennt der König, wie schön diese „bunten Gesichter“ überall um ihn herum sind…
…und auch den Kindern wurde rasch bewusst, dass es in der Geschichte um mehr geht als um Farben und Bauwerke: Für die Kinder der Comenius-Grundschule war schon nach wenigen Buchseiten klar, dass diese Geschichte auch etwas mit ihnen zu tun hatte. Denn auch Grundschulkinder spüren oder bauen in ihren Köpfen manchmal unbewusst unsichtbare Mauern auf, die ausgrenzen und wehtun können. Sie beginnen oft mit unschönen Sätzen am Pausenhof, an der Bushaltestelle und machen nicht Halt vor Kindern anderer Hautfarbe, Religion, Menschen mit Behinderung oder Kindern, denen das Lernen in der Schule schwerfällt. Auch Kinder fühlen sich nicht selten ausgegrenzt und von unsichtbaren Mauern umgeben. Doch wenn ein blauer König es schafft, sich zu ändern, dann finden Kinder ebenso den Mut zur Offenheit, zur Vielfalt und zur gegenseitigen Wertschätzung. Die Kinder sammelten reihenweise Sätze, die „Mauern einreißen können“ und stellten auf verschiedenen Leinwänden mit ihren bunten Fingerabdrücken dar, dass sie einzigartig sind, vielfältig und bunt. Die Begleithefte der Kinder ließen beim Öffnen eine Mauer aufpoppen. Diese war nun mit Botschaften wie „Du bist wertvoll.“ „Ich mag dich.“ oder „Du gehörst zu uns.“ geschmückt und ließ keine herabwürdigenden Aussagen mehr zu.
Am Freitag, den 8. Mai 2026 versammelten sich die Dritt- und Viertklässler im Pausenhof der Comenius-Grundschule zu einem filmreifen Höhepunkt dieser Unterrichtssequenz. Nach kurzen Regieanweisungen formierten sich die Kinder und brachten die Inhalte des Bilderbuches kreativ in Bewegung. Gefilmt mit Hilfe einer Drohne entstanden bewegte Bilder, die anschließend digital besprochen und in Form einer Schulversammlung vorgestellt wurden. In ihrer Präsentation ließen die Comenius-Kinder mit den gestalteten bunten Leinwänden keinen Zweifel daran aufkommen, dass jedes Kind dazugehört und ein wertvolles Mitglied der Schulgemeinschaft ist…ohne Ausnahme. In der richtigen Reihenfolge verrieten die Leinwände ihre starke Botschaft: „Wir sind eine bunte Schule!“
Diese besonderen Unterrichtsergebnisse konnten am Sonntag, den 17. Mai 2026, dem „Fest der Begegnung“ in Neustadt/Aisch bestaunt und bewundert werden. Sie erinnern uns alle daran, wie wichtig Offenheit, Freundschaft, Zusammenhalt und ein friedliches Miteinander sind.





